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Der Platz des europäischen Versprechens entsteht vier Jahre lang in Bochum. Er ist eine Einladung an die Bewohner
der Stadt, des Ruhrgebiets und die Bürger Europas, Autoren eines
neuen Platzes zu werden. Alle Teilnehmer tragen ihren Namen bei, und
jeder Name steht, eingeschrieben in den Platz, für ein Versprechen.
Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeit ist die „Helden-Gedenkhalle“ von
1931 im Turm der Christuskirche mit den Namen von im Ersten Weltkrieg
gefallenen Bochumern und einer erstaunlichen zweiten Liste: die „Feindstaaten
Deutschlands“. Auf ihr sind die europäischen Nachbarn versammelt.
Nicht nur Frankreich, England, Italien, Portugal, Polen und die damalige
Tschechoslowakei gehören ihr an, sondern viele andere Staaten
wie die Vereinigten Staaten und Russland. Diese prophetische Liste
nimmt den Zweiten Weltkrieg vorweg und die Zerstörung Europas.
Beiden Listen stellt Jochen Gerz auf dem Platz
des europäischen
Versprechens eine dritte gegenüber: die Namen der Lebenden. Ihr
Versprechen steht für die gemeinsame Zukunft der Menschen.
Das Versprechen gibt jeder nur sich selbst. Es ist geheim und frei.
So entsteht ein unsichtbares Manifest aus vielen Stimmen und Kulturen – das
neue Europa.
Der Platz des europäischen Versprechens entsteht im Auftrag der
Stadt Bochum als Beitrag zur Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr
2010. Er soll am 31. Dezember 2010, dem letzten Tag des Kulturhauptstadtjahres,
der Öffentlichkeit übergeben werden.
Jochen Gerz ist ein international geschätzter deutscher Künstler.
Er hat mit seinen Arbeiten für den öffentlichen Raum das
Verhältnis zwischen Kunst und Betrachter radikal verändert.
Seine Prozesse schaffen neue Öffentlichkeiten, weil sie auf Autorenschaft
angewiesen sind. Der Einzelne ist nicht länger Publikum, sondern
wird selbst Teil des entstehenden Werkes. Gerz‘ Kunst im öffentlichen
Raum wird zur Ästhetik einer Demokratie auf der Suche nach einer
neuen kulturellen Dimension. |
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| Platz des europäischen
Versprechens 2007/2010 |
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